Die Wohnung soll für den Verkauf fotografiert werden, während dort noch Menschen leben. Ein abgestimmter Fototermin braucht mehr Vorbereitung als ein freies Zeitfenster. Unsere redaktionelle Empfehlung: Kläre vorab Bildzweck, betroffene Räume und den Umgang mit persönlichen Gegenständen, damit am Termin nicht unter Zeitdruck über private Informationen entschieden wird.
Den tatsächlichen Bildzweck besprechen
Sprecht darüber, wofür Aufnahmen vorgesehen sind und welche Veröffentlichungsschritte geplant werden. Eine persönliche Erinnerung an die Wohnung und ein öffentlich verwendetes Verkaufsbild sind verschiedene Zwecke. Der Europäische Datenschutzausschuss erläutert Zweckbindung, erforderlichen Datenumfang und den Personenbezug von Bildern. [EDPB] Welche konkrete Berechtigung für Aufnahme und Veröffentlichung trägt, muss passend zur Situation geklärt werden.
Lege außerdem fest, wer den Termin organisatorisch abstimmt und wer die vorgesehenen Aufnahmen prüft. Das Eigentum an der Immobilie beantwortet nicht pauschal jede Frage zu den abgebildeten persönlichen Dingen oder den beteiligten Personen. Der Beitrag gibt deshalb keine allgemeine Fotoerlaubnis vor.
Den Raum auf unbeabsichtigte Informationen durchsehen
Bitte die Bewohner, selbst zu entscheiden, welche privaten Gegenstände vor dem Termin aus dem vorgesehenen Bildbereich genommen werden sollen. Denke an Unterlagen, Namen, Familienfotos oder persönliche Hinweise im Hintergrund. Es geht nicht darum, fremde Schränke zu durchsuchen oder Dinge ohne Abstimmung zu verändern.
Besprich auch Bereiche, die nicht aufgenommen werden sollen oder nur nach weiterer Klärung. Die fotografierende Person erhält diese Grenze vorab. So muss sie nicht aus dem äußeren Eindruck raten, welche Aufnahmen passend und freigegeben sind.
Beispiel: Der Arbeitsbereich bleibt bewohnt
Eine Verkäuferin arbeitet bis zum Umzug im Wohnzimmer. Auf ihrem Schreibtisch liegen Unterlagen mit fremden Namen. Sie räumt die für das Foto nicht benötigten privaten und beruflichen Dinge vor dem Termin selbst weg. Die fotografierende Person weiß, dass der Schreibtischbereich erst nach kurzer Rückfrage aufgenommen wird.
Anschließend wird die tatsächlich vorgesehene Bildfassung angesehen. Ein versehentlich sichtbares Detail wird nicht einfach deshalb akzeptiert, weil die Aufnahme bereits Zeit gekostet hat. Die Beteiligten klären eine geeignete korrigierte oder neue Fassung.
Nicht nur das Aufnehmen, auch die Weitergabe abstimmen
Vereinbare, wer die Bilder erhält und welche Fassung für die weitere Vermarktung vorgesehen ist. Zugang zu allen Originaldateien ist nicht automatisch für jeden Beteiligten nötig. Unklare Rechte an Bildern oder Bearbeitungen werden vor ihrer Verwendung geklärt.
Bei späteren Veränderungen an der Wohnung prüfst du, ob das Material weiterhin den gezeigten Stand vermittelt. Dieser Leitfaden verspricht weder eine vollständige datenschutzrechtliche Prüfung noch eine universelle Freigabeform. Sein praktischer Zweck ist ein Fototermin, der persönliche Grenzen respektiert und eine nachvollziehbar geprüfte Verkaufsfassung hervorbringt, statt private Informationen beiläufig mit zu veröffentlichen.